Bundesgartenschau: Personalisierte Topfpflanzen machen Industrie 4.0 begreifbar.

Studienprojekt mit DHBW Mosbach und Hochschule Heilbronn.

05.06.2019

Die Digitalisierung der Produktion macht es heute möglich, sogar individuelle Erzeugnisse – zum Beispiel eine personalisierte Topfpflanze – in Serie zu produzieren. Wie das in der Praxis aussieht, können Interessierte noch bis zum 6. Oktober auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn erleben. In einem Gemeinschaftsprojekt der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach und der Hochschule Heilbronn (HHN) haben Studierende ein Industrie-4.0-Szenario geplant, umgesetzt und den Prozess unter anderem mit WEBfactory visualisiert.

Um live dabei zuschauen zu können, wie eine Maschine ihr persönliches BUGA-Souvenir herstellt, müssen die Besucher zunächst an einem Tablet einige Produktmerkmale definieren. Hat der Gast die Blumenfarbe und ein Bild für den Pflanztopf ausgewählt sowie eine individuelle Beschriftung eingegeben, setzt sich die Anlage in Bewegung: Die Maschine platziert einen leeren Blumentopf unter einer Dosiereinheit, wo er mit Erde befüllt wird. Im nächsten Schritt setzt ein Roboter die gewünschte Samensorte ein und bedeckt den Samen mit Erde. Zuletzt wird der Topf an einer Druckstation mit dem Bild und dem kurzen Text – zum Beispiel „Für Oma“ – bedruckt. Vier Minuten später hält der Besucher sein personalisiertes Mitbringsel in Händen. Der digital gesteuerte Prozess erfüllt die Projektanforderung, die Losgröße eins (also Sonderanfertigungen) in Serie zu produzieren.

Visualisierung über Großdisplays.

Während die Maschine das Give-away herstellt, laufen parallel auf zwei Großbildschirmen Echtzeit-Visualisierungen des Prozesses. Auf einem der Displays veranschaulicht unsere Software WEBfactory diverse Informationen und Kennzahlen: Welcher Auftrag wird gerade abgearbeitet? Was ist der aktuelle Bearbeitungsstatus? Wie viele Töpfe wurden bereits in welchem Zeitraum hergestellt? Der zweite Bildschirm zeigt den Produktionsprozess anhand eines 3-D-Modells. Dieses haben die Studierenden mit der Software ISG-virtuos als digitalen Zwilling der Anlage entwickelt.

Das Industrial Internet of Things erfahrbar machen.

„Mit der Smart Factory sollen die Besucher den großen Vorteil der Digitalisierung in der Produktion erleben“, erklärt DHBW-Professor Dr. Christian Kuhn, Studiengangsleiter für die Elektrotechnik. „Jedes Produkt kann individuell gefertigt werden, während die Prozesse der Anlage weiterhin vollautomatisiert ablaufen und damit weder zusätzliche Zeit benötigen noch mehr Kosten verursachen.“ Das gesamte Projekt setzt sich aus mehreren studentischen Arbeiten zusammen, die von Mitarbeitern der DHBW und der HHN betreut und von den beiden Partnerunternehmen WEBfactory und ISG Industrielle Steuerungstechnik unterstützt wurden. Mit der Präsentation auf der BuGa wollen die beiden Hochschulen insbesondere auch die jungen Besucherinnen und Besucher ansprechen und sie für Ingenieurswissenschaften begeistern. Die bisherige Bilanz sieht gut aus: An 48 Öffnungstagen haben bereits 2.045 Besucher ihren individuellen Blumentopf erhalten – und damit einen bleibenden Eindruck von der modernen Industrie 4.0 mit nach Hause genommen.

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